Rheuma-und-Ernährung

So lässt sich Rheuma durch Ernährung beeinflussen

1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland an Rheuma erkrankt, hinzu kommen etwa 15.000 rheumakranke Kinder.

Frauen erkranken 2- bis 3-Mal häufiger als Männer. Deutschlandweit erkranken über 1.00 Kinder jährlich neu. Der Sohn von Co-Founderin Suse Leifer ist eines davon. Daher haben wir uns auch intensiv damit beschäftigt, welche Ernährung und Lebensstil-Faktoren diese Krankheit besser managen helfen.

Was ist Rheuma?

Rheuma – oder besser die Rheumatoide Arthritis – zählt wie Diabetes oder Multiple Sklerose zu den großen Autoimmunkrankheiten unserer Zeit. Sie ist eine entzündliche Erkrankung, die mit fließenden, reißenden und ziehenden Schmerzen, Schwellung, Überwärmung und Bewegungseinschränkung der Gelenke einhergeht. Dabei greifen die Zellen der Immunabwehr körpereigenes Gewebe an. Dies passiert in Schüben, die jeweils Tage, Wochen oder Monate andauern können.

Diese Reaktion des Abwehrsystems an den Gelenken und Sehnenscheiden führt zu Gelenkentzündung und -Erguss. Ohne Behandlung setzen sich die Krankheitsschübe lebenslang bis zur vollständigen Zerstörung der Gelenke fort. Bei Kindern ist es besonders tückisch. Wenn ein Gelenk entzündet ist, wächst der Knochen oft nicht mehr normal. Verformungen oder Verkürzungen können somit entstehen, wenn die Krankheit nicht schnell genug behandelt und eingedämmt wird und die Entzündung abklingt. (1) 

Ursachen von Rheuma

Über die Ursache von Rheuma weiß man trotz intensiver Forschungen noch wenig. Man vermutet eine ererbte Bereitschaft (Veranlagung), auf Umweltfaktoren wie Bakterien, Viren, Impfungen oder Verletzungen mit einer Gelenkentzündung zu reagieren. Es können auch seelische Belastungen als Auslöser fungieren. (2) 

Ernährung und Lebensweise bei Rheuma

Bei Rheuma ist es extrem wichtig, gesund und natürlich zu essen. Viele Lebensmittel sind Feinde von Rheumakranken, weil sie das Entzündungsgeschehen im Körper anheizen. Dazu zählen im Prinzip alle nicht-pflanzlichen Lebensmittel wie Fleisch und Milchprodukte.

Die Krankheit und die Medikamente bei Rheuma verursachen einen Mehrbedarf an Nährstoffen und führen oft zu Nährstoffmängeln. Daraus können Begleiterkrankungen entstehen, wie z.B. Osteoporose, Anämie und Herzkrankheit. (3)

1) Entzündungfördernde Nahrungsmittel meiden

Der Entzündungs-Stoffwechsel bei Rheuma gehört zu den krankheitsbedingten Mechanismen, die über die Ernährung gut zu beeinflussen sind. Ziel einer „Rheumadiät“ ist somit vorrangig die Verringerung der Entzündungsaktivität im Körper.

Zucker ist der größte Feind bei Rheuma. Eine Studie wies nach, dass regelmäßiger Konsum von zuckergesüßten Limonaden das Risiko für Rheuma erhöht; mit Fruchtzucker gesüßte Softdrinks können die Entwicklung von Arthritis bei jungen Erwachsenen fördern, indem sie wahrscheinlich eine übermäßige Anhäufung von Glykationsprodukten auslösen, die Entzündungen unterstützen. Auch rotes Fleisch und Milchprodukte sind nicht förderlich.(4)

Auslöser für Entzündungen im Körper ist die Arachidonsäure, eine mehrfach gesättigte Fettsäure, die ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Besonders viel Arachidonsäure findet sich z.B. in Schweineschmalz, Schweineleber, Eigelb und Leberwurst. Auch Milchprodukte enthalten diesen Entzündungsauslöser.

Verzichte  idealerweise auf diese Lebensmittel. Tausche Kuhmilch gegen eine pflanzliche Alternative. Wenn Du auf Kuhmilch nicht verzichten kannst, solltest Du eine fettreduzierte Variante wählen, da diese weniger Arachidonsäure enthält als Vollmilch. Je weniger Arachidonsäure mit der Nahrung zugeführt wird, desto besser.

2) Mehrbedarf an Vitaminen und Spurenelementen abdecken

Der Mehrbedarf an bestimmten Spurenelementen und Vitaminen steht bei Rheuma im Fokus. Hier müssen partiell auch Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden. Dazu gehören

3) Ernährung optimieren

Fasten, gefolgt von veganer Ernährung oder vegane Ernährung allein kann möglicherweise Symptome und Krankheitsaktivität bei Rheuma unabhängig von Veränderungen in der Darmmikroflora reduzieren. (5)

Die beobachteten Verbesserungen können auf die reduzierte Exposition gegenüber potenziellen Antigenen zurückgeführt werden, die durch die omnivore Ernährung von RA-Patienten eingebracht werden.Drittens gilt es, Rheuma-assoziierte Begleiterkrankungen entweder präventiv oder begleitend über die Faktoren Ernährung und Lebensweise zu behandeln.

4) Gesundes Normalgewicht anstreben

Stark übergewichtige Personen haben bei Laboruntersuchungen oft typisch erhöhte Entzündungsmarker (zum Beispiel das C-reaktive Protein). Fettansammlungen in der Körpermitte sind wie ein Organ, das entzündungsfördernde Substanzen produziert – z.B. TNF alpha.

Auch die Insulinresistenz und der Diabetes stehen in engem Zusammenhang mit entzündlichen Vorgängen. In den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse findet man neben entzündungsfördernden Botenstoffen das Interleukin-1-beta. Das ist an der Zerstörung von Knochen und Knorpeln bei Gelenkentzündungen beteiligt.

Das Ziel bei rheumakranken Übergewichtigen muss zunächst die Gewichtsreduktion auf ein gesundes Normalgewicht sein. Das geht am besten, wenn Du anfängst, den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu halten.

 

Wovon Rheumakranke mehr essen sollten

Ballaststoffe

Die Steigerung der Aufnahme von Ballaststoffen aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, Entzündungen im Körper zu verringern. Daher gehören viel Gemüse, Kräuter, Salat, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse auf den Speiseplan des Rheumakranken.

Omega 3

Menschen mit Rheuma benötigen mehr Omega-3 Fettsäuren als gesunde Menschen. Der Richtwert liegt bei mindestens 1 g EPA und DHA pro Tag (im Vgl: Richtwert für Gesunde bei 0,3 g/Tag).

Studien haben bewiesen, dass Omega-3 Fettsäuren empfindliche Gelenke entlastet und die Morgensteifigkeit reduziert. Die Einnahme führte dazu, dass Rheumapatienten ihre Medikamente reduzieren konnten.

Auf dem Speiseplan von Rheumapatienten sollte mindestens 2 Mal pro Woche Fisch stehen (z.B. Hering, Makrele, Forelle, Lachs). Außerdem solltest Du auf Öle mit hohem EPA- und DHA-Anteil wie Raps-, Soja-, Walnuss- und Leinöl achten.

Olivenöl

Extra natives Olivenöl kann helfen, die Entzündung zu verringern, ähnlich wie es die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), z.B. Ibuprofen, tun. Eine Verbindung namens Oleocanthal blockiert die Enzyme, die eine Entzündung verursachen. 3½ Esslöffel Olivenöl (ca. 400 Kalorien) haben die entzündungshemmenden Eigenschaften von einer 200mg Ibuprofen-Tablette.

Antioxidanzien

Im Entzündungsprozess werden freie Radikale gebildet. Daher geht es darum, diese zu neutralisieren. Hierfür benötigt der Körper Antioxidantien. Idealerweise nimmt man die Antioxidantien mit der Nahrung auf, am besten durch eine Fülle an frischem Obst und Gemüse.  Der regelmäßige Verzehr von frischem Obst, das reich an wichtigen sekundären Pflanzenstoffen ist, kann Studien zufolge oxidativen Stress und Entzündungen bei Rheuma reduzieren. Ergänzend können diese auch supplementiert werden. (6)

Die wichtigsten Antioxidantien für Rheumatiker sind Vitamin C, Vitamin E, Zink und Eisen, die beispielsweise in unseren Multivitaminen zu finden sind. Vitamin C und Zink sind auch im Body Guard Immunity-Komplex enthalten. Denke immer dran, dass bei Rheuma ein Vielfaches an dem benötigt wird, was ein gesunder Mensch an Nährstoffen braucht. Bei Vitamin C liegt der Bedarf eines gesunden Menschen z.B. bei 80 mg proTag. Bei Rheuma erhöht sich dieser Bedarf um das 10-fache. Um den erhöhten Bedarf an Vitamin E bei Rheuma zu decken, sind pro Tag 100 bis 200 Milligramm Vitamin E erforderlich (Gesunde: 12 mg proTag).

Ausgewählte Lebensmittel mit hohem Vitamin C-Gehalt:
Guave, echte 270 mg/100g
Johannisbeere, schwarz 189 mg/100g
Paprika, rot 140 mg/100g
Paprika, grün 139 mg/100g
Kiwi 121 mg/100g
Fenchel  93 mg/100g
Papaya 82 mg/100g
Blumenkohl 73 mg/100g
Erdbeere 65 mg/100g
Eisen

Entzündungen verbrauchen Eisen als Antioxidans. Darum ist eine Blutarmut und niedrige Eisenspiegel bei Rgheuma ganz typisch. Eine Einnahme von synthetischen Eisensupplementen kann den Entzündungsprozess zusätzlich anheizen. Besser ist ein natürliches Eisen aus Pflanzen wie z.B. in Feed Your Blood oder Iron Maid.

Sinnvoll ist es auch bei Rheuma, die Absorption von Eisen aus der Nahrung zu verbessern. Das geht am besten durch Kombination von Eisenhaltigen Lebensmitteln mit einem Vitamin C-haltigen Lebensmittel, z.B. Orangensaft. Dieses verbessert die Bioverfügbarkeit des Eisens.

Diese Lebensmittel enthalten viel Eisen
Kakaobohne 13,6 mg/100g
Kürbiskerne 12,5 mg/100g
Jakobsmuschel 7,5 mg/100g
Eigelb 7,2 mg/100g.

Osteoporose Prävention

Die Osteoporose ist oft ein Folge entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Sie kann durch eine knochenfreundliche Ernährung und mit den richtigen Supplements vorgebeugt werden. Dazu gehören folgende Maßnahmen (5)

  • nicht Rauchen und Trinken
  • sportlich aktiv sein, idealerweise mit Gewichten arbeiten
  • Vitamin D supplementieren
  • Calcium supplementieren

Stress vermeiden und managen

Stress verursacht entzündliche Prozesse im Körper. Der Körper schüttet Hormone (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol) aus, die uns in die Lage versetzen, zu fliehen oder zu kämpfen. Bleiben wirauf unserem Bürostuhl sitzen, werden diese Hormone nicht verbraucht.

Eine Stressbewältigungs-Strategie wie Sport, Yoga, Meditation oder Entspannungstechnik kann helfen, Entzündungen zu minimieren. Es gibt auch Nahrungsmittel, die den Stressabbau fördern und Glücksgefühle auslösen.

Auf Mundhygiene achten

Bei Rheuma ist alles hinderlich, was die Immunabwehr mobilisiert. Studien haben gezeigt, dass entzündetes Zahnfleisch in engem Zusammenhang mit entzündlich-rheumatischen Prozessen im Körper stehen. Eine gute Mundhygiene kann somit entscheidend sein. Regelmäßige Zahnreinigungen beim Zahnarzt gehören dazu.

Bevor Du irgendeine Maßnahme ergreifst, solltest Du mit einem behandelnden Rheumatologen sprechen. Er kann ermessen, welche Maßnahmen im Einzelfall für Dich sinnvoll sind.

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