Basische-Ernaehrung–was-macht-uns-sauer

Basische Ernährung – was macht uns sauer?

Bringe Dein Körper ins Gleichgewicht mir einer basischen Ernährung.

Seit über 20 Jahren beschäftigt sich Ogaenics Co-Founder Suse Leiferschon intensiv mit dem Säure-Basen-Haushalt und ist mittlerweile zur Expertin geworden. Eine säurereiche Ernährung kann das Risiko für Osteoporose, Frakturen und Nierensteinbildung erhöhen – und möglicherweise Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen beeinflussen. Es ist ein Nebenprodukt der heutigen zunehmend sauren Ernährung aus Zucker, Alkohol, rotem Fleisch, Milchprodukten und Kaffee, gepaart mit Umweltgiften und Stress.

Doch unsere Körper sind so konzipiert, dass sie im alkalischen Zustand am besten funktionieren. Ideal bei einem pH-Bereich von 7,35-7,45. Hier erfährst Du mehr über die Gefahren einer säurehaltigen Ernährung und wie  eine basische Ernährung in Deinem Leben Einzug halten kann – und natürlich, welche Supplements dabei unterstützen können.

Dafür geben wir zunächst einen tiefen Einblick, was uns sauer macht und welche grundlegenden Systeme und Mechanismen der Körper einsetzt, um sein Säure-Basen-Gleichgewicht zu halten. Dabei erklären wir genau, welche Fakten, die im Netz zum Thema kursieren, nicht stimmen.


Es ist sehr faszinierend, dass laut der weltbekannten China Studie (die größte umfassende Studie zu menschlicher Ernährung, die jemals durchgeführt wurde) die Teilnehmer, die am meisten pflanzliche (und damit basische) Nahrungsmittel aßen, die gesündesten waren. Jene Menschen, die mehr tierische Lebensmittel zu sich nahmen, hatten die meisten chronischen Krankheiten. Daraus lässt sich ableiten, dass eine vorwiegend basische Ernährung der Schlüssel zur Gesundheit ist.

Das macht uns sauer

  • Negative Gefühle (Stress)
  • Alkohol- und Drogenkonsum
  • Medikamente wie z.B. Antibiotika
  • Zu geringe Nährstoffgehalte in konventionell angebauten Lebensmitteln
  • Zu viel säurebildende Nahrungsmittel wie z.B. stark verarbeitete und raffinierte Nahrungsmittel
  • Zu viel Fleisch
  • Künstliche Süßstoffe
  • Zu wenig Ballaststoffe
  • Bewegungsmangel
  • Flache Atmung
  • Zu viel Sport
  • Kontakt mit Chemikalien von Haushaltsreinigern, Baustoffen
  • Umweltverschmutzung und Strahlung (Computer, Handys, Mikrowellen)
  • Lebensmittelfarbe und Konservierungsstoffe
  • Pestizide und Herbizide
  • Schlechtes Kauen und Essgewohnheiten
  • Schlecht funktionierende Nieren und Nebennieren

 

Welches ist der „richtige“ pH-Wert?

Bevor wir uns genau anschauen, wie wir Einfluss auf unser Säure-Basen-Gleichgewicht nehmen können, müssen wir uns mit dem pH-Wert befassen. Denn der pH-Wert ist hierzu das „Maß aller Dinge“.  Der pH-Wert gibt die Konzentration vom Säure- bzw. Basengehalt in Flüssigkeit an. Liegt der Wert unter 7 gilt eine Flüssigkeit als sauer, bei einem Wert von 7 als pH-neutral und über 7-14 als basisch.

In Bezug auf die Körper-pH-Balance gibt es jedoch nicht nur einen richtigen pH-Wert. Denn verschiedene Bereiche im Körper haben einen ganz unterschiedlichen gesunden Wert. Zum Beispiel hat menschliche Haut – sofern sie gesund ist – einen ungefähren pH-Wert von 5,5 und ist damit leicht sauer, um Umweltfaktoren wie Bakterien und Giftstoffe abzuwehren.

Speichel hat einen pH von etwa 6,5 bis 7,4 und pendelt sich somit leicht sauer oder leicht basisch ein.

Der Verdauungstrakt kann von 1,5 bis 8,3 auf der Skala liegen, je nachdem, welche Stufe der Verdauung gerade im Gange ist.

Das menschliche Blut hat ein sehr enges pH-Fenster von etwa 7,35 bis 7,45 und ist damit leicht basisch. Das liegt auch daran, dass die dort transportierten Enzyme, die lebenswichtige chemische Reaktionen in den Zellen auslösen, nur in diesem engen Bereich aktiv sein können. Jede wesentliche Änderung (unter 7 oder über 7,7) bedeutet für uns den sicheren Tod.

Typische Symptome der Übersäuerung

Wenn die Gelenke schmerzen, Du an Gewicht zunimmst und ständig Verlangen nach Kohlehydraten und Zucker hast, bist Du vermutlich übersäuert. Die Auswirkungen von zu viel Säure auf die Gesundheit sind aber sehr vielfältig. Du kannst selber schauen, was davon eventuell schon auf Dich zutrifft. Es ist nur eine kleine Auswahl, denn alles aufzuführen würde den Rahmen sprengen und ich bin ja auch kein Mediziner. Aber ich kenne einige Freundinnen, die hier das ein oder andere Kreuz machen würden:

    • Allergien, Asthma und Blutstaus
    • Müdigkeit
    • Häufige Erkältungen
    • Kopfschmerzen
    • Entzündungen
    • Gelenk- und Muskelschmerzen
    • Hautprobleme
    • Geschwüre
    • Gewichtszunahme
    • Cellulitis

Irrglaube “saure Nahrungsmittel”

Mit einem Irrglauben möchte ich heute aufräumen: Viele Menschen denken, dass sich eine saure Ernährung direkt auf den pH-Wert des Blutes auswirkt. Das stimmt aber nicht. Warum?

Die saure Verdauung in unserem Magen

Betrachten wir den Vorgang des Essens und der Verdauung. Alles, was wir essen, wird durch Magensäure aufgespalten. Der pH-Wert im Magen ist durch die Produktion von Salzsäure bei etwa 3 – also sehr sauer. Der Magen ist damit der einzige Ort in unserem Körper, der immer sauer ist und auch sauer sein muss. Denn dieser niedrige pH-Wert aktiviert die Pepsine, die für die effiziente Verdauung von Eiweiß unabdingbar sind. Wenn der Magen mit dieser Arbeit fertig ist, wird der noch saure Speisebrei durch den Magenpförtner in den Zwölffingerdarm entlassen.

Unser Darm neutralisiert basisch

Alles, was aus unserem Magen an unseren Darm noch sehr sauer übergeben wird, wird dort mit dem basischen Schleim aus den Brunnerschen Drüsen, der Galle und der Bauchspeicheldrüse vermengt. Dadurch wird der saure Nahrungsbrei aus dem Magen neutralisiert und der ehemals saure Mageninhalt bekommt einen basischen pH-Wert von >7. Das ist auch ein idealer Wert für die Aktivität der 22 Verdauungsenzyme im Darm. Aber nicht nur hierfür ist es wichtig, dass der Nahrungsbrei basisch ist. Der Körper soll die Nährstoffe am Ende der Verdauung ja in den Blutstrom aufnehmen und nutzen. Darum ist es auch wichtig, dass der Körper die Nahrung an dieser Stelle bereits an den basischen pH-Wert des Blutes (pH-Wert von 7,4) anpasst.

Alles, was wir essen und verdauen, landet also mit dem gleichen pH-Wert in unserem Darm, egal ob es zuvor ein Säurebilder oder ein basisches Lebensmittel war. Das bedeutet, dass der anfängliche pH-Wert von jedem Nahrungsmittel, das wir essen, sich gar nicht direkt auf unser Säure-Basen-Gleichgewicht auswirkt. Die Magensäure wird immer den Magen-pH-Wert herstellen. Nichts, was Du isst oder trinkst kann somit an dieser Stelle einen signifikanten Einfluss auf den pH-Wert der Nahrung haben, sobald sie den Darm erreicht, um absorbiert zu werden. Der Körper ist unter normalen Umständen in der Lage, an allen Stellen im Körper den dort notwendigen pH-Wert selbst herzustellen. Aber wie tut er das eigentlich? Hier wird es interessant und ich kann jetzt schon verraten, dass es doch noch auf die Ernährung ankommen wird.

Was den pH-Wert beeinflusst

Die Atmung

Wir haben im Körper mehrere Mechanismen, die unseren pH-Wert regulieren und basisch halten. Einer der wichtigsten ist die Atmung. Mit der Atmung werdem Kohlendioxid (eine Säure) durch die Lungen aus dem Körper entfernt. Man nennt diesen Vorgang auch das Kohlensäure-Bikarbonat-Puffersystem. Es ist mit 75 % der Gesamtpufferkapazität des Blutes das wichtigste Puffersystem im Körper. Kohlendioxid (CO2) ist die häufigste Säure in unserem Körper, denn sie ist ein Produkt der Zellaktivität. Das Blut transportiert das CO2 permanent zur Lunge. Diese ist also unsere größte und wichtigste „Entsäuerungsanlage“ im Körper. Mit jedem Ausatmen entsäuern wir unseren Körper.

Das ist ein Grund dafür, warum Sport und Yoga mit seinen Atemübungen so gesund sind und als Unterstützung zur Regulation des Säuren-Basen-Haushalts sinnvoll sind. Wir atmen dann einfach mehr und tiefer und können so mehr Säuren aus dem Körper schleusen. Wenn wir hingegen zu wenig oder nicht tief genug ein- und ausatmen, was z.B. unter Stress oder bei Bewegungsmangel der Fall ist, können wir nicht mehr genug CO2 bzw. Säuren über die Atmung ausscheiden. Dann müssen unsere anderen Puffersysteme greifen oder es kann zu einer Azidose (Übersäuerung) kommen.

Die Nieren

Unsere Nieren bieten einen weiteren Schutz für den basischen Blut-pH, weil sie überschüssige Säuren über den Urin ausscheiden. Das geschieht aber viel langsamer als in der Lunge. Nur mal zum Vergleich: Für die Regulation des pH-Wertes über die Atmung bzw. Lunge werden nur wenige Minuten benötigt. Die Nieren brauchen für die Regulation hingegen Stunden oder Tage!

Die Nieren führen dem Blut Hydrogencarbonat-Ionen (HCO3), auch Bicarbonat genannt, zu, welche zu den wichtigsten Säurepuffern gehören und den Blut-pH basisch halten. In der Medizin wird es daher auch als Medikament gegen Sodbrennen eingesetzt. Hydrogencarbonat ist in unterschiedlichen Mengen auch in Mineralwasser enthalten und kann so unsere Entsäuerung unterstützen. Überprüfe daher am besten den Mineralstoffgehalt des Wassers. Wenn der Hydrogencarbonat-Gehalt mindestens 200 mg Hydrogencarbonat pro Liter beträgt, ist das Wasser bereits eine gute Unterstützung. Wenn nicht, solltest Du wechseln.

Finden heraus, welches Wasser besonders viel Hydrogencarbonat enthält und dabei am besten schmeckt. Am besten ist es zudem, es still, also ohne Kohlensäure zu trinken, denn die Kohlensäure ist genau das was ihr Name sagt: Eine Säure. Sie verstärkt die tägliche Säurelast im Körper. Mit einem stillen Wasser mit hohem Mineralgehalt, speziell Hydrogencarbonat, unterstützt Du Deinen Körper bei seiner Arbeit in Sachen Säure-Basen-Haushalt.

Warum Mineralien so wichtig sind für den Basenhaushalt

Der Körper hat zur Regulierung des pH-Wertes außerdem noch ein geniales Puffersystem, um die Säuren zu binden und zu neutralisieren. Hierbei spielen Mineralien in Form von Elektrolyten die entscheidende Rolle. Es sind Schlüsselmineralien, die elektrisch geladen sind und unsere Körper mit dieser elektrischen Energie versorgen.

Wir können nicht für 5 Sekunden ohne diese Mineralien leben! Sie werden in jedem einzelnen biochemischen Prozess in jeder Zelle und jedem Organ verwendet. Die Mineralien helfen, Hormone, Enzyme, Aminosäuren und das Immunsystem zu regulieren. Sie transportieren Nährstoffe in die Zellen und Abfall aus den Zellen. Außerdem halten sie die Zellen unseres Körpers gesund und voll funktionsfähig. Und sie neutralisieren die Säuren und sichern die Aufrechterhaltung eines konstanten, basischen pH-Wertes im Blut.

Die wichtigsten Mineralien, die in ihrer Ionenform als Elektrolyte Säuren im Körper binden, sind Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor und das schon erwähnte Hydrogencarbonat.

Der Körper benötigt nicht nur die ständige Zufuhr dieser basisch wirkenden Elektrolyte aus der Nahrung, sondern auch ausreichend Reserven im Körper, um seine Puffersysteme optimal arbeiten zu lassen. Nur so kann an jeder Stelle des Körpers der hier lebensnotwendige pH-Wert stabil gehalten werden. Denn jedes mal, wenn der Körper eine Säure über seine Puffersysteme neutralisiert, wird ein Mineral-Elektrolyt verbraucht und ist damit für den Körper verloren.

Auswirkung Säurehaltiger Ernährung

Zu hohe Säuregrade in unserer Ernährung verbrauchen somit unser „Konto“ an Elektrolyten im Körper und zwingen ihn, das Elektrolyt-Defizit aus seinen Speichern zu begleichen. Das Gleiche passiert bei Stress. Stress verursacht Säuren im Körper, führt dem Körper aber keine Elektrolyte zu.

Sowohl säurehaltige Lebensmittel als auch Stress verursachen somit ein Defizit in der Elektrolyt-Reserve des Körpers, die für Sport, Denken, Krankheiten und Heilungsprozesse benötigt wird. Ob sich die Säuren im Körper durch zu viele säurebildende Nahrungsmittel oder durch Stress ansammeln, macht am Ende keinen Unterschied. Wir zwingen unseren Körper dadurch, die Mineralien für die Pufferprozesse aus den Knochen, Zellen, Organen und Geweben zu „klauen“. Und er tut dies ohne zu zögern, auch wenn er dafür seine eigenen Zellen töten muss.

Wenn der Elektrolyt-Vorrat im Körper aufgebraucht ist, ist eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes somit unausweichlich. Den Zellen fehlen am Ende Mineralien, um die Entsorgung von Abfällen zu erledigen und schließlich oxidieren sie vollständig. Die Vitaminaufnahme wird durch den Mineralverlust ebenfalls beeinträchtigt. Toxine und Krankheitserreger können sich im Körper anreichern und das Immunsystem wird geschwächt.

Der Körper braucht die basisch wirkenden  Mineralien also unbedingt, um zu überleben. Und jeglicher Mangel bedeutet für ihn ein chemisches Ungleichgewicht, zelluläre Funktionsstörungen, eine Schwächung des Gesundheitszustandes und gestörte Heilungsprozesse. Das sollte Dich wachrütteln und die Alarmglocken läuten lassen. Denn hierin liegt eine der möglichen Ursachen für chronische oder degenerative Krankheiten!

Sauer oder basisch?

Es gibt einen Unterschied zwischen dem pH-Wert eines Lebensmittels und seiner Wirkung auf den pH-Wert im Körper. Deshalb spreche ich auch lieber von säurebildenden oder basenbildenden, basischen Nahrungsmitteln, das finde ich klarer. Es gibt nämlich einige Lebensmittel, die uns überraschen, denn sie sind zwar sauer, wirken im Körper aber basisch. Früchte wie Zitronen und Mandarinen gehören dazu, denn sie schmecken säuerlich, spenden dem Körper aber große Mengen basischer Mineralsalzverbindungen wie Citrate und Ascorbate.

Ebenso gibt es Lebensmittel, die wir normalerweise als basisch einstufen würden, die sich im Körper aber säurebildend verhalten. Getreide und Milch sind zwei Beispiele. Es ist also nicht der pH-Wert der Nahrung entscheidend, sondern der resultierende pH-Wert, sobald die Nahrung im Körper zersetzt wird.

Damit es Dir leichter fällt, eine basische Ernährung im Alltag umzusetzen, haben wir eine umfangreiche Liste von sauren und basischen Lebensmitteln zusammengestellt.

Ogaenics basische Lebensmittel vs Saure Lebensmittel

Übersäuerung kann auch gefährlich werden

Wenn der Körper gezwungen ist, sich Mineralstoffe aus seinen Speichern zu holen, wird es meist unangenehm für die Gesundheit. Wenn der Körper sich zum Beispiel den basisch wirkenden Mineralstoff Natrium (Achtung, nicht zu verwechseln mit Natriumchlorid, also Kochsalz!) aus seinen Speichern holt, dann geht der Weg am effizientesten über die Galle.

Auswirkungen einer Übersäuerung im Darm

Wenn der Galle Natrium entzogen wird, ist das am Anfang zwar harmlos, über einen längeren Zeitraum verursacht dies aber eine verheerende Kettenreaktion. Denn hierdurch sinkt der pH-Wert der Gallenflüssigkeit, die nach und nach immer saurer wird. Ab einem bestimmten Punkt wird das Risiko für Gallensteine erhöht. Und Gallensteine können ernsthafte Probleme verursachen. Saure Galle ist außerdem ätzend und reizt die Darmwände. Irritationen der Darmwände durch Gallenflüssigkeit werden u.a. mit Polypen, Darmtumoren, Darmkrebs, Reizdarmsyndrom und dem Leaky Gut Syndrom in Verbindung gebracht.

Glücklicherweise hat der Körper hierfür ein Schutzsystem, das ausgleichend wirkt: die Darmschleimsekretion. Der Darmschleim wird von den Darmdrüsen produziert und verkleidet die gesamte Darmwand von innen, um sie vor Säuren und anderen Irritationen zu schützen. Eine Folge zu saurer Galle und dem vermehrten Schleimbelag an der Darmwand ist aber auch eine schlechtere Verdauung, eine schlechtere Nährstoffaufnahme, die Ansammlung von Giftstoffen, weniger Darmbewegung sowie Mutation oder Zerstörung der guten Darmbakterien . Und das alles vorrangig ausgelöst durch einen Mineralstoffmangel! Wenn es soweit gekommen ist, hilft ein gutes Probiotikum, das Darmmikrobiom von innen wieder auszubalancieren. Es sollte täglich eingenommen werden, optimal hierfür ist z.B. der Ogaenics Love your Gut Daily Biotic-Komplex, weil er für eine dauerhafte, tägliche Einnahme konzipiert wurde.

Auswirkungen einer Übersäuerung im Magen

Der zweitbeliebteste Ort für den Körper, um an basisch wirkendes Natrium zu gelangen ist der Magen. In einem gesunden Organismus produzieren die Belegzellen des Magens Salzsäure, den wesentlichen Bestandteil für die Verdauung. Dabei braucht er große Mengen an basisch wirkenden Natrium, um die Magenzellen vor der Salzsäure zu schützen. Darum finden wir hier auch die größten Vorräte an organischem Natrium. Wenn dieser Vorrat sich zu stark verringert, ist der Magen gezwungen, die Salzsäure-Produktion zu drosseln oder gar einzustellen. Denn wenn die Salzsäureproduktion ohne ausreichenden Vorrat an basischem Natrium weiterlaufen würde, würde die Salzsäure Löcher in die Magenwand brennen. Es bedeutet außerdem, dass das Pepsin nicht aktiviert werden kann und Eiweiße nicht vernünftig verdaut werden können.

Ein Fehlen von Salzsäure und Enzymen ist aber verheerend für die Verdauung. Eine schlechte Verdauung bedeutet auch immer eine schlechtere Gesundheit. Das Fehlen der Salzsäure im Magen ermöglicht außerdem potentiellen Krankheitserregern, Parasiten und Hefepilzen, sich im Magen-Darm-Trakt anzusiedeln. Salzsäure schützt uns also vor Mikroorganismen und hilft uns, unsere Nahrung zu verdauen.

Weitere Auswirkungen einer Übersäuerung

Ein weiterer Bereich, aus dem der Körper sich bei Natrium-Mangel bedient sind die Knochen. Wenn Natrium den Knochen entzogen wird, entwickelt sich eine Arthritis. Der Körper kann sich das basisch wirkende Natrium auch aus den Muskeln holen. Wenn das geschieht, werden die Muskeln schwach und schlaff. Wenn Natrium aus der Leber entzogen wird, wird sie schwach und die Entgiftung läuft nur noch unvollständig ab. Aus einer schwachen Leber können sehr viele gesundheitliche Probleme entstehen, z.B. Hautprobleme, Kopfschmerzen, schlechte Sehkraft, Depressionen, psychische Störungen, Zuckerprobleme, Allergien, Blutzuckerprobleme, Müdigkeit, Krebs, Verdauungsschwäche, Gedächtnisschwäche, Muskelschwäche, mangelnde Belastbarkeit etc. Die Leber beeinflusst jede Zelle in unserem Körper. Nahezu jede Krankheit kann mit der Leber in Verbindung gebracht werden.

Wenn der Körper einen Mangel an Natrium aufweist, ist es häufig so, dass auch Kalium fehlt. Es ist faktisch so, dass es kaum Menschen gibt, die einen Kalium-Mangel ohne gleichzeitigen Natrium-Mangel haben. Kalium ist eigentlich reichlich in unserer Nahrung vorhanden, speziell in Früchten und Gemüsen. Es ist also eigentlich fast unmöglich, einen Kalium Mangel zu entwickeln, es sei denn a) Man isst nichts, b) man kann das Essen nicht verdauen oder c) Man hat einen Natrium Mangel!

Wenn Natrium- und Kalium-Mangel auftritt, benutzt der Körper Calcium und Magnesium, um diese basisch wirkenden Mineralien zu ersetzen. Das kann dann wieder zu einem Calcium- und Magnesium-Mangel führen. Und wenn zu wenig Calcium vorhanden ist, kann sich Osteoporose und andere Knochenprobleme entwickeln.

Den Säure-Basen-Status messen

Die meisten Menschen in der westlichen Welt haben zu geringe Elektrolyt-Reserven, weil sie weit entfernt davon sind, eine basische Ernährung zu verfolgen. Das ist eine der wichtigsten Ursachen für die Entwicklung von Krankheiten. Und nachdem Du diesen Artikel bis hierher gelesen hast, möchtest Du jetzt sicher unbedingt wissen, wie es um Deinen eigenen basischen Mineralstoffspeicher im Körper steht. Verständlich. Wenn wir zu geringe Elektrolyt-Reserven haben, schwächt das die Leber, die Nieren und andere Organe.

Wie es um die Reserven steht, überprüfst Du mit einem einfachen Test. Wie das geht und wie die Ergebnisse zu werten sind, hat Dr. Richard Anderson in seinem Buch „Cleanse & Purify Thyself” detailliert beschrieben. Die wichtigsten Punkte dazu möchte ich Dir hier an die Hand geben.

Du benötigst zunächst gute pH-Wert Test-Streifen. Diese sind in der Apotheke oder bei Amazon zu erhalten. Wichtig ist beim Kauf, dass die Skala der Teststreifen nicht bei 7 aufhört und detailliert genug ist. Außerdem gibt es unterschiedliche Darreichungsformen. Es gibt Teststäbchen und Indikatorpapierstreifen. Ich persönlich finde die Stäbchen von der Handhabung her einfacher und angenehmer als die Indikatorpapier-Streifen zum Abreißen, die viele Apotheken ausschließlich führen. Die Stäbchen sind meist etwas schwerer zu bekommen oder müssen bestellt werden, aber ich kann nur empfehlen, das zu tun.

Außerdem brauchst Du für den Test einen Stift, Papier und eine Bio-Zitrone. Die Tests müssen mindestens 2 Stunden nach einer Mahlzeit erfolgen. Der pH-Wert zur Bestimmung der Elektrolyt-Reserven wird im Speichel und im Urin gemessen. Wir starten mit dem Speichel!

Teil 1: Der Speicheltest

Befeuchte einen pH-Test-Streifen mit Speichel und vergleiche die Farbe umgehend mit der mitgelieferten Skala. Notiere das Datum und das Ergebnis auf einem Zettel.

Interpretation der Ergebnisse

pH-Wert 6.0 oder saurer:  Die Elektrolyt-Reserven sind schon ziemlich aufgebraucht. Vermutlich hast Du dadurch auch schon erste gesundheitliche Probleme. Führe den 2. Test mit der Zitrone durch.

Wert 6,1-6,3: Das Ergebnis zeigt einen leichten Mangel an. Die Elektrolyt-Reserven sind schon etwas zu niedrig. Führe den 2. Test mit der Zitrone durch.

Wert 6,4-6,8: Der Test Nr. 1 ist bestanden. Führe den 2. Test mit der Zitrone durch.

Wert 6,9 oder höher: irgendetwas scheint beim Ablesen schief gegangen zu sein oder Du bist so gestresst, dass der Stoffwechsel außer Rand und Band ist. Warte eine Stunde und teste erneut. Führe dann den 2. Test mit der Zitrone durch.

Teil 2: Der Test mit der Zitrone

Diesen Test kannst Du unmittelbar nach dem ersten Speicheltest durchführen. Presse den Saft einer halben Zitrone in ein Glas Wasser (0,2 l) und trinke es ohne Zusatz von Zucker oder Süßungsmittel. Lasse den Saft vorm Herunterschlucken durch den ganzen Mund zirkulieren. Warte eine Minute. Dann starte eine Serie von 6 Speicheltests mit den Teststreifen. Nehme jedes mal einen neuen Teststreifen, befeuchte ihn mit Speichel und notiere jeden Wert. Das ganze machst Du 6x nacheinander. Mindestens eine der letzten drei Auswertungen sollte den Test bestehen.

Interpretation der Ergebnisse

8 oder höher: Der Test ist bestanden. Das Ergebnis beweist, dass Deine Leber einen ausreichenden Vorrat an Elektrolyten gespeichert hat, um die Säuren im Mund abpuffern zu können. Das ist gemäß Dr. Anderson ein guter Gesundheitsindikator.

7,5 – 8,0: Der Test ist knapp bestanden, aber die Elektrolyt-Reserven könnten höher sein, um Säuren abzupuffern. Du solltest mehr basisch wirkende Mahlzeiten zu dir nehmen.

7,0-7,4: Das Ergebnis zeigt, dass nur noch ein bisschen Reserve, aber nicht so viel wie Du benötigst. Arbeite daran, indem Du mindestens 60% Deiner Ernährung aus elektrolythaltigen, alkalisch wirkenden Lebensmitteln besteht und dass du auf Säurebildner weitestgehend verzichtest.

6,9 oder niedriger: Die Elektrolyt-Reserve ist minimal und auf einem ungesunden Weg. Du solltest Deine Ernährung gründlich überprüfen und vorsichtig mehr alkalische Lebensmittel im Speiseplan integrieren. Suche dazu auf jeden Fall Rat bei einem Arzt, Heilpraktiker oder Ernährungsberater.

Teil 3: Der Urin-Test

Um diesen Test durchzuführen, musst Du einen Tag lang nur Gemüse und Gemüsesäfte aus 100% basisch wirkenden Gemüsen zu dir nehmen. Keine Getreideprodukte, keine Milchprodukte, kein Fleisch, Kaffee oder Früchte. Du solltest an diesem Tag auch nicht intensiv Sport treiben. Am Tag danach sollten der pH-Wert des Morgenurins getestet werden, bevor etwas zu sich genommen wird. Schreiben Dein Ergebnis auf den Zettel.

Interpretation der Ergebnisse

7,0 oder höher: Der Test ist bestanden! Dieser Wert bedeutet, dass der Körper so viele Elektrolyt-Reserven hat, dass er den Überschuss über den Urin ausscheidet.

6,5-6,9: Dieser Wert zeigt einen leichten Schwund, aber noch nichts Ernstes. Der Körper speichert Elektrolyte, aber er scheidet auch welche aus. Arbeite an Deinem Elektrolythaushalt, indem Du mehr basische Lebensmittel in Deinem Speiseplan integrierst.

5,6 – 6,4: Das Elektrolytkonto ist schon ganz schön geschrumpft. Es sind mehr Säuren als Basen im Körper, was bedeutet, dass der Organismus sich die Elektrolyte nun aus den Zellen klauen muss, um die pH-Werte stabil zu halten. Fokussiere Dich daher ernsthaft auf den Aufbau von Elektrolyt-Reserven, um weiteren Raubbau und Zellsterben zu vermeiden.

5,6 oder saurer: Ein pH Wert in diesem Bereich zeigt, dass der Körper kaum noch Reserven hat. Vielleicht hast Du auch schon einige der gesundheitlichen Probleme, die ich in diesem Artikel aufgelistet habe. Du solltest daher schnell handeln und säurehaltige Lebensmittel weitestgehend gegen basische austauschen.  Mehr grünes Gemüse essen, das enthält viele Elektrolyte. Ergänze diese Maßnahmen durch natürliche Elektrolyt-Supplements (wir führen leider hierzu noch kein Produkt). Ein Anteil von 80% alkalischer Nahrungsmittel ist wichtig.

Wenn das Ergebnis noch nicht zufriedenstellend war, dann änder Deine Ernährung, führe am besten eine Woche lang ein Ernährungsprotokoll und überprüfe danach Deine Urin oder Speichel-pH-Werte. So bekommst Du mit, was in Deinem inneren vor sich geht und kannst besser Einfluss nehmen.

Eine  Ernährung, der wichtige Vitamine und Nährstoffe fehlen und die zu viele säurebildende Lebensmittel enthält, wird natürlich weiterhin in saurem Urin auftauchen. Dies ist ein guter Indikator dafür, dass Dein Körper für eine optimale Verdauung und den Erhalt der perfekten Umgebung kämpft.

Zusammenfassung

Es ist wesentlich, durch eine vorwiegend basische Ernährung einen perfekten pH-Wert in allen Bereichen des Körpers aufrecht zu erhalten, um unsere gute Gesundheit zu bewahren. Aber wenn der pH-Wert aus der Balance geraten ist, ist es unmöglich, gesund zu bleiben. Je mehr wir unseren Körper durch eine zu wenig basische Ernährung Elektrolyte entziehen und saurer werden, desto weniger Kontrolle kann er über die pH-Werte haben und desto größer wird die Bedrohung für unser Verdauungssystem, die Leber, das Immunsystem und alle anderen Organe. Wenn diese Körpersysteme geschwächt sind, werden wir anfällig für gesundheitliche Probleme. Darum ist es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, die dabei helfen, Säuren im Körper zu neutralisieren.

T. Colin Campbell: China Study – Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise, Verlag Systemische Medizin, Juli 2011, ISBN 978-3-86401-001-9 (Neuauflage von Die China Study – und ihre verblüffenden Konsequenzen für die Lebensführung)

Richard Anderson,: Cleanse & Purify thyself, Christobe Publishing, 2000, ISBN 0-9664973-1-7

Professor C. Louis Kevran, Biological Transmutations, (Magalia, CA: Happiness Press 1988) pg 20

www.greenopedia.com/alkaline-acid-food-chart/

www.sciencebasedpharmacy.wordpress.com/2009/11/13/your-urine-is-not-a-window-to-your-body-ph-balancing-a-failed-hypothesis/

www.drbenkim.com/ph-body-blood-foods-acid-alkaline.htm

www.de.wikipedia.org/wiki/Kohlens%C3%A4ure-Bicarbonat-System

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